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Granada wurde schon seit Jahrhunderten
bewohnt. Während der iberischen Epoche ließen
sich dort die "Túrdulos" nieder. Granada
hatta Kontakt mit den Phöniziern, Karthagern und Griechen,
die hier Kolonien errichteten. Im 5. Jahrhundert v. Chr.
war es unter den Griechen als Elybirge bekannt. In den ersten
Jahrhunderten unserer Ära, unter der Herrschaft der
Römer, wurde Granada dann Ilíberis genannt.
Unter der Besetzung der Westgoten blieb die Bedeutung der
Stadt bestehen, sowohl auf religiöser, als auch auf
bürgerlicher Ebene, aber ebenso im militärischen
Sinne. Eine hebräische Gemeinschaft ließ sich
dort nieder. Ihre Siedlung war aber eher ein kleines Stadtviertel,
als eine unabhängige Siedlung. Diese wurde unter dem
Namen Gárnata oder auch Gárnata al-yahud -
das Granada der Juden - bekannt. Mit der Unterstützung
dieser hebräischen Gemeinschaft gelang es Tariq im
Jahre 711 Ilíberis einzunehmen, auch wenn die Besetzung
erst im Jahr 713 endgültig wurde und die Araber der
Stadt den Namen Ilbira (für die Christen: Elvira) gaben.
Viel später, durch interne Kämpfe unter den verschiedenen
ethnischen und kulturellen Gruppen, wurde die Stadt 1010
zerstört. Danach und nach einer Zeit, in der der Name
der Stadt ständig wechselte, setzte sich schließlich
die Bezeichnung Gárnata durch, die bis heute Fortbestand
hat und von der sich das heutige Granada ableitet. Im Jahr
1013 entstand in Granada mit der Ankunft der Dynastie der
Ziries aus Afrika ein unabhängiges Königreich.
Am Ende des 11. Jahrhunderts erstreckte sich die Bevölkerung
über den gesamten Hügel von Albaicín und
auf der anderen Seite des Darro bis hin zur Alhambra. Mit
der Ankunft der Nazarí-Dynastie erfuhr Granada einen
unvergleichlichen Höhepunkt, als das Königreich
die Gebiete, die heute als die Provinzen Granada, Málaga
und Almería bekannt sind, einnahm, sowie auch große
Teile von Sevilla, Jaén, Córdoba und Cádiz.
Unter der Herrschaft des ersten Nazarí-Königs
Alhamar, der ausgezeichnete Vereinbarungen mit Fernando
III. traf und sich zu dessen Vasall erklärte, erstreckte
sich die Stadt zu Füßen des Hügels der Alhambra
und des Albaicíns. Er ließ den Palast der Alhambra
und im unteren Teil der Stadt die Madraza, die Zollstationen
und einen großen Teil der Industrieanlagen der Stadt
errichten. Im 15. Jahrhundert schwächten interne Familienstreitigkeiten
das Königreich, wodurch am 2. Januar 1492, als Boabdil,
der nicht mehr als ein Kind war, herrschte, die Herrschaft
an die katholischen Könige überging. Am Anfang
wurden die Bräuche der Mauren noch respektiert, aber
ab dem Jahr 1499 zwang der Kardinal Cisneros die Mauren,
sich taufen zu lassen. Später verschlimmerte sich die
Situation durch überhöhte Steuern und dem Verbot
ihrer traditionellen Kleidung und Bräuche, ja sogar
ihrer Sprache. 1568 rebellierten die Mauren von Albaicín
gegen die Unterdrückung, die sie bis dahin zu erdulden
hatten. Ihr Anführer, Fernando de Válor, bekannt
als Abén Humeya, sah sich gezwungen, in den Alpujarras
Zuflucht zu suchen. Die Rebellion wurde durch Juan de Austria
zerschlagen und die Mauren aus Granada verbannt. Im 18.
und 19. Jahrhundert entwickelte sich Granada zu einem der
häufigsten Reiseziele für die sogenannten "romantischen
Reisenden", die sich in der Stadt, angezogen von ihrer
Schönheit und ihrer Legenden, einfinden.
La Alhambra
Die Alhambra war ein Palast, ein Kastell und eine Festung,
Wohnsitz der Sultane der Nazarí-Dynastie und der
hohen Beamten, der Diener des Hofes und der Elitesoldaten
(im 13. und 14. Jahrhundert). Heutzutage ist es ein Monument,
das sich in vier Abschnitte einteilen lässt: die
Paläste, die militärische Zone oder Alcazaba,
die Stadt oder Medina und das landwirtschaftliche
Grundstück des Generalife; all das umgeben von
Wäldern, Gärten und Beeten.
Sie beinhaltet außerdem herausragende Gebäude
aus unterschiedlichen Epochen, wie z.B. den Palacio de Carlos
V aus der Renaissance, in dem sich heute das Museum der
Alhambra befindet, in dem vor allem Objekten aus dem selbigen
Gebäude ausgestellt werden, sowie das Museum der Schönen
Künste.
Um die architektonischen und landwirtschaftlichen Werte
der Alhambra einschätzen zu können, ist es ratsam,
im Viertel Albaicín (Mirador de San Nicolás) oder
in Sacromonte vorbeizuschauen. Von dort aus wird man den
spektakulären Zusammenhang der Alhambra mit seiner
Umgebung und der Stadt Granada wahrnehmen können.
El Generalife
Der Generalife war die Königsresidenz
des Königs von Granada. Er konnte nur durch einen langen
Fußmarsch, weit ab von der Hauptresidenz, erreicht
werden. Er befindet sich nahe der nördlichen Befestigungen
der Alhambra. Wenn der König das Bedürfnis verspürte,
sich dem Leben am Hofe zu entziehen, konnte er sich hierher
zurückziehen, um sich zu entspannen und nachzudenken.
Das Stadtviertel Albaicín
Es existiert das Gerücht, dass
Albaicín im Arabischen für "Viertel der
Falkner" steht. Historiker hingegen bevorzugen eine
logischere Erklärung. Als die Christen am Anfang des
13. Jahrhunderts die Stadt Baeza im Norden von Andalusien
eroberten, flohen die Einwohner Richtung Süden und
ließen sich in der Umgebung der Festung Granadas nieder.
Man benannte dieses neue Viertel nach seinem Ursprung, al-bayazzin
- "Ort der Leute aus Baeza". Im Laufe der Zeit
nahm jedoch auch der Rest des Hügels - "die Alte
Festung", deren Name im Arabischen "Alcazaba Kadima"
lautet - die Bezeichnung "Albaicín" an.
Ein großer Teil der Mauren
verließ die Stadt, was es den reicheren Christen erlaubte,
anstelle von fünf oder sechs kleinen Häusern kleine
Paläste im Stile der Alhambra zu errichten, die von
maurischen Handwerkern erbaut wurden und mit eingezäunten
Gärten, deren Orangen- und Zitronenbäume einen
zentralen Brunnen umgaben, ausgestattet waren.
Der Aussichtspunkt
San Nicolás
Gegenüber der Alhambra
gelegen finden wir den Mirador de San Nicolás in Albaicín:
ein Balkon, dem die Zeit geöffnet zu sein scheint und
von dem aus man die eigene Phantasie fliegen und eine merkwürdige
und unterhaltsame Erfahrung machen kann. Der Mirador
de San Nicolás ist einer der schönsten
Plätze dieser außergewöhnlichen Stadt und
ein Grund mehr, der Alhambra einen Besuch abzustatten.
La Alcaicería
Heute gibt es hier viele Souvenirläden,
aber früher gab es an dieser Stelle einen großen
Basar, auf dem Seide hergestellt und verkauft wurde. Wörtlich
übersetzt, steht "Alcaicería" entweder
für "Das Haus Cesars" oder "Cesar gehörend",
was als Dank an den Kaiser Justinian galt, der den Mauren
gewährt hatte, Seide zu verkaufen. Traditionell befanden
sich diese Basare im Stadtzentrum, welches durch verschließbare
Türen in allen Eingängen zum Platz vor nächtlichen
Plünderungen bewahrt blieb. Darüber hinaus waren
die Basare mit Gasthäusern ausgestattet, in denen die
Händler Unterkunft finden konnten. Außerdem patrouillierten
einige Wächter in den Nebenstraßen des Basars.
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